Meine Erfahrung hat einen Wert.
Meine Erkrankung habe ich mir nicht ausgesucht. Das Wissen, das daraus entstanden ist, auch nicht. Es ist über Jahrzehnte gewachsen.
Diese Erfahrung lässt sich nicht kaufen. Auch ein Honorar bezahlt nicht das Leben mit einer Erkrankung. Es vergütet die Arbeit, die ich heute mit diesem Wissen leiste.
Über die Jahre wurde ich immer wieder um meine Erfahrungen gebeten. Ich habe erlebt, dass sie in Projekte und Angebote eingeflossen sind, mit denen andere Geld verdient haben. Für mich selbst blieb diese Arbeit dabei oft unbezahlt.
Das möchte ich nicht mehr.
Bei einem Professor, einem Architekten oder einem Rechtsanwalt gilt fachliche Beratung als Leistung, für die ein Honorar vereinbart wird. Warum wird bei erfahrenen Patienten so häufig vorausgesetzt, dass sie ihr Wissen kostenlos zur Verfügung stellen?
Auch wir bringen Zeit, Vorbereitung und besondere Kenntnisse ein. Dass dieses Wissen aus einer Erkrankung entstanden ist, macht es nicht weniger wertvoll. Und dass wir Menschen helfen möchten, macht unsere berufliche Arbeit nicht automatisch zu einem Ehrenamt.
Meine Zeit und meine Kraft sind begrenzt. Deshalb entscheide ich bewusst, wofür ich sie einsetze.
Meine Erfahrung ist persönlich. Meine Beratung ist eine professionelle Leistung. Beides verdient Wertschätzung und eine faire Vergütung.
Meine Berufung bleibt. Eine bezahlte fachliche Zusammenarbeit steht dazu nicht im Widerspruch.